Von der offenen Feuerstelle zum Schornstein









Die Anfänge des Schornsteinfegerhandwerks sind vermutlich in Italien zu suchen, die Römer haben um das 2. Jahrhundert v. Chr. das Hypokausten-Heizprinzip von den griechische-hellenis-tischen Hoheitsgebieten übernommen. Um den Rauch aus den Heizkammern abzuführen, wurden in den Steinernen Wänden Rauchschächte, die auch gleichzeitig als Wandheizung dienten eingebaut. Diese Art der Wohnheizung war nur Privilegierten vorenthalten. Es ist nicht auszuschließen das das zur Entwicklung der späteren Schornsteine in den Burgen, Schlössern und Städten führte.

Der damaligen gemeinen Bevölkerung in Land und Stadt waren nur einfache Behausungen vorgegeben. Auf dem den vorrangigen Einzelzimmern bzw. Einraumhäusern wurde der Rauch von der Feuerstelle ohne Schornstein durch Öffnungen in Wand oder Dach abgeleitet. Asche, Ruß und Pech lagerten sich im Haus überall ab, auch die Bewohner waren den aggressiven Stoffen ausgesetzt. Diese Art der Rauchableitung hat in vielen Fällen zu Bränden geführt.

Im 09 - 10 Jahrhundert wurden dann aus Holzgerüstendie mit Lehm verputzt wurden, die sogenannten Rauchschlote errichtet. Diese Schlote oder auch Essen mussten durch die Änderung der Einraumhäuserer zu Mehrraumhäuser eingebaut werden. Da durch die Zwischendecke der Rauch nicht mehr abgeleitet werden konnten. In vielen Städten wurde der Zwischen-geschoss bzw. Geschossbau ab dem 12. Jahrhundert nachgewiesen.

In Italien sind nachweislich die ersten Schornsteine aus Steinen, in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Burgen und Schlösser eingebaut worden. In Deutschland kam die Modernisierung ab dem 15. Jahrhundert voran. Den Schornstein bzw. Essen und Rauchschlote wurde meisten durch die Eigentümer, durch bedienstete oder beauftrage Handwerker gereinigt. In diesen Zeiten gab es auch ziehende Handwerker z.B. Rauchfangkehrer aus Norditalien und der italienischen Schweiz. Auch in Deutschland gab es Ziehende Schornsteinfeger, die von Dorf zu Dorf oder Stadt zu Stadt zogen und Ihre Dienste anboten. Diese Handwerker mit ihrer Dienstleistung haben dazu geführt das der Schornsteinfeger bzw. Schlotfeger den Menschen Glück gebracht hatte. Denn die Leute sagten wir haben Glück das der Schornsteinfeger bzw. Schlotfeger im Dorf bzw., Stadt ist, und unsere Schlote fegt, da durch brennt uns unser Haus mit dem Hab und Gut nicht ab. Was in der Damaligen Zeit für die Menschen das wichtigste war, denn ohne Haus mit dem Hab und Gut konnten die Menschen nicht überleben. Andere Überlieferungen sagten das der Schlotfeger oder auch Rauchfangkehrer das Entfernen von Pech aus dem Schlot das Glück brachte, symbolisch zu verstehen war weil das Pech aus dem Haus entfernt wurde. Schlotfeger oder auch Rauchfangkehrer waren historisch gesehen dadurch beim Volk als Glücksbringer bekannt, weil sie leichtentzündlichen Pech bzw. Glanzrußablagerungen aus dem Schlot bzw. Essen kratzte und dadurch die stets latente Gefahr des Ausbrandes reduzierte.   

Der Name „Schorn“ Stein kommt von der Russischen Wort черный (Chernyy) was Schwarz bedeutet und ausgesprochen wird es Schorni. In Deutschen wurde der Schwarze Stein des Rauchschlotes zum Schornstein.  

Die Ersten Feuerordnungen  Im Mittelalter kam es in vielen Städten zu verehrenden Feuers-brünsten, diese wurden meistens durch Funkenflugbzw. Schornstein bzw. Rauchschlot Brände ausgelöst. Im Späten Mittelalter wurden Brandordnungen, Feuerordnungen bzw. Feuerschutz-ordnungen durch die stätische Obrigkeit oder durch die Landesherren erlassen.  Im 16.Jahrhun-dert wurden sie als Bestandteil in den städtischen Ordnungen aufgenommen. Im 17. Jahrhundert waren sie in den meisten Deutschen Städten verbreitet. In vielen Feuerordnungen wurde das Kehren der Schornsteine zwingend in regelmäßigen Intervallen vorgeschrieben. In einigen Städten wurden in den neu verfassten Feuerverordungen Kehrbezirke für Schornsteinfeger in der Stadt eingerichtet. Der Preußische König Friedrich Wilhelm I. erließ am 02. April 1727 die Errichtung von Kehrbezirken, die Vorschriften für Schornsteine, die Begutachtung von Feuerstätten durch den Schornsteinfeger.

Diese wurde in eine Verordnung verfasst und publiziert, in dieser Verordnung wurde auch auf die Haftung des Schornsteinfegers bei Schäden hingewiesen. Die Bezeichnung Schornsteinfeger, Kaminkehrer, Kaminfeger, Rauchfangkehrer, Schlotfeger, Essenkehrer oder Sottje ist meistens in Deutschsprachigen Raum anzutreffen.

In unseren Nachbarländern wird der Schornsteinfeger wie nachstehend bezeichnet.

Dänemark                   „Skorstensfejer“
Finnland                      „Sutari“
Frankreich                   „Ramoneur“
Großbritannien:            „Chimey Sweeper“
Luxemburg                  „Ramoneur“
Niederlande                 „Schoorsteenveger“
Norwegen                    „Feieren“
Österreich                   „Rauchfangkehrer“
Polen                          „Kominiarz“
Schweden                   „Sotare“
Schweiz                      „Kaminfeger“
Tschechien                  „Kominík“

Beispiel

                                     Diese Art der Rauchableitung hat in vielen Fällen zu Bränden geführt.